SV Sankt Marienstern – SV Königsbrück/Laußnitz 2:2 (1:0)
Zwei Gesichter des KöLauer Fußballs
Zwei Geschenke verteilt, zwei Tore aufgeholt: KöLau hat am ersten Novembersonntag in Panschwitz ein 2:2 gerettet, das lange außer Reichweite schien. Nach einer fehlerhaften Vorstellung und einer bedrohlichen Druckphase der Gastgeber brachten Niklas Weidner und Marvin Ziller die Gäste doch noch zurück ins Spiel. Die Schlussviertelstunde versöhnte mit dem Ergebnis – nicht mit dem gesamten Auftritt.
Dabei deutete vor dem Anpfiff vieles auf ein Duell auf Augenhöhe hin. Beide Mannschaften hatten elf Punkte auf dem Konto, ihre Torverhältnisse spiegelten einander: KöLaus 20:15 stand ein Panschwitzer 15:20 gegenüber. Auf dem Naturrasenplatz im Stadion begannen die Gäste mit einer auf zwei Positionen veränderten Anfangsformation. In der zweiten Halbzeit kam die Sonne heraus. Bis auch KöLaus Spiel heller wurde, dauerte es allerdings noch eine Weile. Die ersten Abschlüsse gehörten zur frühen Abtastphase: Tim Varadi gab nach zwei Minuten den ersten Schuss der Begegnung aufs Tor ab, in der vierten Minute setzte Richard Grünberg einen Ball über das Gehäuse. Danach blieb zwingende Torgefahr aus. Zwei Mariensterner Ecken in der 16. Minute brachten nichts ein, ein KöLauer Freistoß vier Minuten später blieb harmlos. Dann die 22. Minute: Eine misslungene Abstimmung zwischen Verteidiger und Torwart öffnete Marienstern den Weg zum 1:0. Ein Gegentor, das wehtat – gerade weil die Gastgeber dafür keine klare Chance hatten herausspielen müssen. KöLau lieferte die Einladung selbst. Eine schnelle Antwort blieb aus.
Marienstern ging ziemlich rustikal zu Werke. Der Schiedsrichter ließ zunächst die Karten stecken; seine Linie wirkte inkonsequent, einige Entscheidungen blieben schwer nachvollziehbar. Aus dem Spiel heraus erspielte sich keine der beiden Mannschaften eine hundertprozentige Gelegenheit. Kurz vor der Pause bekam KöLau dennoch die große Möglichkeit zum Ausgleich: Nach einer unklaren Situation gab es in der 45. Minute einen indirekten Freistoß, etwa sieben Meter vor dem Tor. Doch auch daraus machten die Gäste zu wenig. Der Ball wurde unkonzentriert über das Gehäuse gehoben.
Wer nach dem Seitenwechsel auf mehr Sicherheit bei KöLau gehofft hatte, wurde zunächst enttäuscht. Bereits in der 47. Minute herrschte nach einer misslungenen Klärungsaktion großes Durcheinander im eigenen Strafraum. In der 52. Minute bewahrte der KöLauer Keeper seine Mannschaft mit einer starken Parade bei einem klasse getretenen Mariensterner Freistoß vor dem nächsten Gegentor. Es folgte eine weitere Serie von Ecken.
Drei Minuten später fiel das 2:0 doch. Marvin Zillers Rückpass zum eigenen Torwart geriet zu lässig und genau in den Lauf eines Gegenspielers. Das zweite KöLauer Geschenk – und Marienstern nahm auch dieses an. Nun drohte die Partie unseren KöLauern völlig zu entgleiten. Marienstern schoss aus allen Rohren, KöLau fand weder Ordnung noch Entlastung. Kam der Ball in den Strafraum, brannte es. Bei den zahlreichen Ecken ebenso. Ein höherer Rückstand schien in dieser Phase näher als eine Aufholjagd. Ruhe im Spiel? Souveränität? Davon war bei KöLau wenig zu sehen. Erst nach etwa 70 Minuten setzte KöLau wieder ein Zeichen nach vorn und erarbeitete sich einen Eckball. Plötzlich ging doch noch etwas. Eine schöne Kombination über drei Stationen schloss Niklas Weidner zum 2:1 ab. Marienstern schien die Begegnung bereits abgehakt zu haben – KöLau dagegen entwickelte nun den Willen zur späten Wende.
In der 74. Minute fehlte nach einer weiteren Gelben Karte gegen Marienstern wegen eines rustikalen Einsteigens nur wenig zum Ausgleich. Der Panschwitzer Torwart konnte gerade noch klären. Drei Minuten später war er geschlagen: Nach einer Roten Karte wegen einer Notbremse trat Marvin Ziller an der Strafraumgrenze zum Freistoß an. Sein Schuss schlug im linken Eck ein – 2:2! Dann endlich: Abpfiff. Ein Punkt war gerettet.
Fazit: Das Remis belohnt KöLaus späten Widerstand, darf aber die Probleme nicht überdecken. Zwei vermeidbare Gegentore, lange fehlende Ordnung und kaum Ruhe in den eigenen Aktionen stehen einer Schlussphase gegenüber, in der Kombinationen und Entschlossenheit doch noch zum Erfolg führten. Viel Schatten und 15 Minuten Licht: Zwei Gesichter des KöLauer Fußballs – an einem einzigen Nachmittag.
(w. packebusch, 01.11.2026)
Aufstellung:
1 Marlon Riemer, 8 Max Winkler, 2 Leandro Richter, 12 Felix Schönwitz, 5 Kevin Waszkowski (77‘ 6 Paul Winkler),14 Ben Ködel, 15 Joshua Kratz, 99 Jerome Mickisch (64‘ 3 Dominik Tille), 92 Hendrik Schöne (64‘ 18 Niklas Weidner), 19 Tim Varadi (46‘ 10 Marvin Ziller, 7 Richard Grünberg (64‘ 29
Lennard Metzner)
Zuschauer: 66
Schiedsrichter: Sebastian Brückner (DJK Blau-Weiß Wittichenau)
Torfolge:
1:0, 2:0 Jan Kretschmer (22‘, 53‘); 2:1 Niklas Weidner (72‘); 2:2 Marvin Ziller (77‘)